Aktuelle Termine

10.04.2020
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12.04.2020
jederzeit zu Ostern: österliche Orgelchoräle
Ort: Online von zu Hause aus
12.04.2020
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Auferstehungsflashmob am Ostersonntag - wir machen mit!
Ort: An unseren offenen Fenstern und auf unseren Balkonen zu Hause
13.04.2020
11:30 - 13:00 Uhr
Persönliches Orgelvorspiel über Telefon
Ort: An Ihrem Telefon zu Hause / von der Orgel in der Bessunger Kirche

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Darmstädter Echo, 23.01.2015

Enders spielt Bach

Ohne Effekthascherei, aber mit Sinn für die Raffinesse des musikalischen Details: Die Aufnahme von Bachs „Wohltemperiertem Klavier“ mit dem Darmstädter Pianisten Joachim Enders ist ein Vergnügen für aufmerksame Hörer.
Im vergangenen Juni hatte Joachim Enders den ersten Teil des „Wohltemperierten Klaviers“ in der Bessunger Petrusgemeinde gespielt. Das Publikum war fasziniert von der Bach-Interpretation des Darmstädter Pianisten, Helmut Buchholz hatte das Konzert mitgeschnitten und plante eine CD. Doch als Enders die Live-Aufnahme hörte, regte sich der Ehrgeiz für die Gründlichkeit im Kleinen. Zwei oder drei Details, sagte er, würde er gerne korrigieren. Also baute Buchholz seine Ausrüstung erneut auf, und aus den kleinen Korrekturen wurden sechs ausgedehnte Sitzungen, jede rund fünf Stunden lang.
Der Aufwand hat sich gelohnt. Enders’ Wiedergabe des Zyklus von Johann Sebastian Bach vereint mehrere Vorzüge. Sie knüpft Präludien und die dazugehörigen Fugen eng aneinander, entdeckt die Charakterstücke in ihnen, beweist Gespür für die Gewichte der einzelnen Linien im mehrstimmigen Satz.
Vor allem verzichtet Enders komplett auf den Pedaleinsatz. Hier ist es allein die Kunst der Finger, die ein feines und transparentes, im rechten Augenblick aber auch fülliges Klangbild zeichnet.
Enders, seit 1994 Studienleiter mit Dirigierverpflichtung am Darmstädter Staatstheater und in der Bessunger Petrusgemeinde verantwortlich für die Kirchenmusik, kommt ganz ohne Effekthascherei aus. Mit akzentuierten Spitzentönen modelliert er Landschaften aus gebrochenen Akkorden, spürt den Stimmungen auch in der Motorik der Fugen nach, bleibt dezent und holt doch aus fast jedem Stück die Essenz des musikalischen Gedankens heraus. Dabei fehlt es nicht an pianistischer Brillanz: eine sehr seriöse Wiedergabe, die den aufmerksamen Hörer fordert.